Clean the bio

Klaro,
Immerhin hab ich schon das nächste wichtige Plannerakronym nach DINKS und WASPS entdeckt, damit gewinnt man jeden Pitch: Die LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability), also die Menschen die Ihre – mit Rohölzertifikaten verdiente – Breitling-Uhr ausziehen bevor sie im Holmes Places in die kirgisische Dampfsauna gehen, aber gleichzeitig ihre Soja-Milch direkt beim Kuhbauern kaufen und als Drittwagen eine Prius haben. Fantastic times we live in.
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For Rant - Part deux

Die Standardszenerie einer Wohnungsbesichtigung • Es regnet, dabei spreche ich hier von einem veritablen Landregen, den man sonst nur in der russischen Tundra fürchten muss. Alle physikalischen Gesetze aushebelnd und Newton trotzend kommt dieser eher von unten und kriecht langsam aber mit Bedacht durch jede Faser der sorgfältig vorher auserwählten „SouthAss“-Jacke, dessen Hersteller irrtümlich davon ausgegangen waren Regen käme von oben. Ist ja auch logisch kommt schon alles Gute von oben dann…!? Nachdenken, Leute.
 
Der Termin ist um 12:00 Uhr, man selbst ist mit den frühen Vögeln aufgestanden, hat sich halbschafend durch die Straßen gequält, biegt mit stolzgeschwellter Brust gegen elf um die Ecke und traut seinen Augen nicht. Veni, vidi… leck mich doch. Ja, ist denn schon G8?!? Vor lauter Menschen bleibt einem zunächst der Blick auf die Front der Immobilie verwehrt.
Jetzt heißt es Pole sichern. Vorteil: Aufgetankt haben wir zum Glück; um wach zu bleiben zwei doppelte Espressos gekippt (Ja, "Espressos", "Espressi" sagen die Kollegen Weltmeister und "Espressis" ist und bleibt FA-HALSCH). Nachteil: Dieselbigen würde sich zeitnah gerne frische Luft verschaffen. Also schnell um die Ecke gehechtet und an den Kindergartengarten gestellt, dort man sogleich, den Prozeß des Lassens prompt unterbrechend, hocherrötet der Wochenendausflugsgruppe zuwinkt.
 
Leicht verkrampft geht es als Part einer
Amöbe der Suchenden die Treppe hinauf. Ohne gravierende Hämatome durch den Türrahmen des Vestibüls gekommen. 1:0 für mich. Die ersten geben weinend und offene Brüche versorgend auf.
 
Es ist nebenbei 12:35 Uhr, Herr Hausverwaltung konnte wegen des Regens nur 30 fahren und war „sorryyyy“ ein WENIG zu spät. Jetzt parkt er dritte Reihe. "Damit Sie nicht so lange warten müssen“. Jaja. Sein Schlüsselbund hatte circa 300 Schlüssel. Unter gefühlten 1000 Augenpaaren passte dann Nummer 53 – immerhin.
 
Es gibt jetzt zwei Typen von Wohnung. Traum oder Albtraum. Heidi oder Paris. Werder oder Schalke.
 
A) die Wohnung ist auf den ersten Blick schon so betörend schön, dass die Application-Formulare im Nu vergriffen sind und einem die "mit-Formular" schon im Treppenhaus entgegen preschen. "Sie können ja am Montag nochmal anrufen". Sicher. Als Nummer 107 rechne ich mir riesige Chancen ein.
 
B) "Parkett, hell, renoviert", besagte die Anzeige. Eigenschaften die auf diese Wohnung nicht zutreffen. War das ein Spiel und man hatte es bloß nicht geschnallt? "Weiches Plastik-Laminat, Höhle/Atombunker, nackter Rohbau" wurde aus Marketinggründen wohl gemieden.
 
Der Strom aus der Wohnung heraus in den Strom des Regens ist jedenfalls noch gefährlicher als rein. Immerhin hat man ja noch 29 Termine abzuklappern und muss schnell zur nächsten Bruchbude flitzen. Warum rennen wir eigentlich? Wir sehen uns doch sowieso gleich wieder!
Vielleicht, damit man einmal in seinem Leben eine Chance bei Version a) hat.
Eine Werder-Wohnung, heidi-hell, traumhaft schön renoviert.
 
Alle anderen können renodritt haben.

® Guy Bon
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Revolving for Columbine

Die Geißel des modernen Alltags ist die elektrisch-automatische Revolving-Door • Die Drehtür. Das Meisterstück Satans in Zusammenarbeit mit Center- und Arkadenmanagern.

RevolvingDoor

All das, was nach langen Jahren der Praxis im Bahnnahverkehr angeeignet wurde, wird jetzt bis zur Perfektion an Einkaufspassageneingängen praktiziert.
 
"Gäbe es die letzte Sekunde nicht, würde nie etwas fertig", hat Mark Twain gesagt.
"Gäbe es die letzte Sekunde nicht, wäre mein Alltag um einiges geruhsamer", sage ich!
 
Der letzten Sekunde habe ich es in aller Regel zu verdanken, dass sich frei nach dem Motto "Hauptsache der eigene Arsch ist im Trockenen" immer noch jemand zwischen die Öffnung zwängt, obwohl sich die nächste Chance nur wenige Sekunden später bereit hielte. Das Ergebnis ist, verlässlich deutscher Sicherheits-Ingenieurskunst sei Dank, dass die komplette Anlage prompt zum Erliegen kommt. 10 Sekunden gleichen 4 Ewigkeiten. Völlig nutzlos eingekerkert in einem gläsernen Käfig, mit an der Scheide lädierter Nase und blutig getretenen Hacken, ob des abrupten Stopps. Es hat Tage gegeben, an denen ich mich nicht habe irritieren lassen. So harrte ich aus und ging danach „fröhlich“ meiner Wege. Diese Tage sind nun vorbei. Ich hab die Schnauze voll - pardon my french! Wären es nur retardierte Kinder, die es ob mangelnder Erziehung ihrer Teenager-Eltern nicht besser wüssten, so fänd‘ ich vielleicht noch meinen Frieden.

Leider stehen denen die Twen-Großeltern in Nichts nach! Mit einem Blick, welcher an ganz besonders günstige Autos erinnert, reagieren sie instinktartig auf meine zu Hause geprobten Hassblicke. Die Situation noch nicht verarbeitet und sogar in der Drehfläche noch drängelnd.
Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder ist die Anlage zu kompliziert für diese Primaten, oder sie handeln vorsätzlich. Bei ersterem frage ich mich, wo Darwin die letzten Jahre war. Bei letzterem garantiere ich für nichts mehr. In mir lodert ein gewaltiges latentes Aggressionspotential, welches nur auf einen Spalt an der emotionalen Erdkruste lauert.
Der Herr hab euch selig, sollte Werder noch einmal gegen Schalke verlieren und ich in einer Drehtür mit euch feststeckte. Ein Revolver in einer revolving door wäre doch ein schönes Bild.
 
Der FilmFilm am Freitag: Adipöse Kinder und Alliterationen vor der S-Bahn. "Ronny, roll rüber"!

® Guy Bon
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Durch den Konsum

Von dem homo sapiens imbus • Man kann noch so oft bei IKEA vorbeifahren, mir fehlt trotzdem jedes Anzeichen von Schwund an der Faszination dieses Konsumtempels. Kann doch schließlich kein Fernsehsender oder Reality-TV-Format so viele spannende, lustige oder tragische Geschichten zeigen. Und alles was den Kurzgeschichten fehlt, pflanscht das eigene Hirn schon freiwillig dazu.

Da gibt es den Familienvater, der dem monatelangen Gejammere seiner Frau endlich nachgegeben hat, sich eine neue Eckcouchkombination zu kaufen. Die Anfragen ob diese ihm nun gefällt werden stets bejaht - selbst mehrere mit Kabelbindern kompilierte Altkleidersäcke würden von ihm als neues Wohnzimmermobilar aus dem Augenwinkel abgesegnet - will er doch nichts anderes als schnellstmöglich mit irgendetwas sitzfähigem durch dieser Kassen, dessen Überfüllung – schon am Eingang – sein Hoffnung auf die in einer Stunde anfangende Bundesligakonferenz auf ein Minimum haben schmilzen lassen.

Zum anderen gibt es mehrere durchaus attraktive Studentinnen, in dem Fall man würde sie mal ohne bunten Kaffeesack als Oberbekleidung treffen, die eigentlich gar nichts kaufen wollen, sondern viel mehr am bummeln sind, dafür aber bei Robben & Wientjes sich vorsörglich mal den großen Sprinter gemietet haben. Da sie sich ausser einer Dill-Lachssauce, vier 1000er Packs Teelichte (warum heisst es eigentlich nicht Teelichter?) und einem Untersetzter für den Untersetzer von dem Untersetzter ihres Kerzenuntersetzers nichts gekauft haben, waren die 34 Euro Leihngebühr genauso für den Arsch, wie ihr 21. Dekokissen, welches sie als seltenes Einzelstück in der Kassenzone gefunden hat. Das selbe Kissen, was wenige Minuten vorher Rüdiger dort hingelegt hat, weil er noch einige Sekunder vorher mehrfach mit seinem Einkaufswagen und den seit 4 Jahren nicht gereinigten Reifen über das bis dahin reinweisse Kissen gefahren ist. Aber das nur nebenbei.

® Jim Pansen
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For Rant

Auf WG-Zimmersucher in Berlin „Wie man sich wohnt so bettet man sich“ oder so ähnlich, ist eines der vielen unzähligen nichts sagenden Sprichwörter im deutschen Sprachgebrauch. Was dieses Bonmot weitestgehend außer acht läßt ist, die Arbeit die man sich machen muss, um eine angemessene Wohngemeinschaft zu finden. Um an den Stellschrauben zu drehen: Am geringen Angebot kann es – zumindest in Berlin – nicht liegen. Wenige – auch noch so stümperhafte – Google-Versuche führen einen schnell zu einer der unzähligen Angebotsseiten.

Mit den ersten 100 Angeboten (von 947) ist schon mal die erste Lust vergangen. Nur bei wenigen sieht man aussagekräftige Bilder – aber zumindest kann man bei denen schon mal einige aussortieren, bzw. mit Fug und Brecht behaupten: „Es wäre schöner, den Rest meines Lebens mit einer rauhen Zunge über Christian Zieges Wangen zu lecken, als mit diesen Vorprimaten einen kubischen Raum zu teilen, bei dem Anblick selbst Kriegsgefange in Zentralfrika auf die Straße gehen würden um für meine Menschenwürde zu protestieren.

Aber selbst Digitalfotos mit der Auflösung des Hubble-Teleskops mögen nicht fähig sein zu vermitteln, was einem dann im FirstLife™ wirklich droht. Da ist der sofalegrige Kiffer noch das harmloseste Exemplar. Sein Hobby wird einem selbst mit verstopfter Nase schnell klar: Er dreht gerne – alle 5 Minuten einen Joint, und alle 13 Minuten (wenn Werbung bei der Gerichts-Sendung ist) seinen in Fubu-Klamotten gehülten Astra(l)körper. Die ganja Wohnung riecht nach seinem Mitbewohner Herr Reefa, das selbst die Kakerlaker – auf dem Chitin-Panzer liegend – Bob Marley & The Wailers hören. Lethargie hat sich breit gemacht – und ist damit nicht allein.

® Jim Pansen
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Welcome to CrackSmokingMonkeys

Hallo, Freunde des gefluchten Wortes. Endlich hat Hass ein neues Zuhause/Ventil. Die drei Autoren Guy Bon, Lee Moore und Jim Pansen werden in unregelmäßigen Abständen in blumigen Worten von allem berichten was Evolutionsbremsen und andere Zellhaufen in der großen weiten Welt zustande bringen und uns verärgern, bzw erheitern. Immer nach dem Motto: „Komödie ist Tragodie mal Zeit“
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